Für FDP/Bürgerliste steht die eigentliche Arbeit für die Betreiber des gestern offiziell an der Ecke Heroldstraße/Nordstraße in der Nordstadt eröffneten Alkoholkonsumraums erst noch an. Gezielte Kontaktaufnahmen und ordnungsbehördliche Maßnahmen sind für die Fraktion mögliche Mittel, die Akzeptanz des Café Berta zu erhöhen. Die Gegner des Projekts verweist sie mit ihrer möglichen Kritik auf die zweijährige Probephase.
„Der Erfolg dieses von CDU, Grünen und FDP/Bürgerliste getragenen Projekts wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell es gelingen wird, Vorbehalte abzubauen, Akzeptanzen zu erhöhen und Kritiker zu überzeugen. Aber das wird noch ein hartes Stück Arbeit, das uns sicherlich noch lange beschäftigen wird“, ist der Fraktionsvorsitzende Lars Rettstadt (FDP) mit Blick auf möglicherweise anhalte Störfeuer von Projektgegnern – insbesondere aus Reihen der SPD - überzeugt. „Oberstes Ziel muss es sein, die angesprochenen Menschen behutsam an das neue Angebot heranzuführen und durch kontinuierliche Kontaktaufnahmen Vertrauen zu schaffen. Erst wenn dies nicht hilft, könnte sanfter Druck die Szene umstimmen, den Platz auf der Straße gegen den im Café Berta zu tauschen“, erinnert Rettstadt an das Ziel des Alkoholkonsumraums, dem Trinken im öffentlichen Raum entgegenzuwirken. „Regelmäßige Streifengänge der Ordnungspartnerschaften oder Platzverweise – insbesondere in den Sommermonaten - können sicherlich dazu beitragen, eine entsprechende Überzeugungsarbeit zu leisten.“
Für derzeit absolut schädlich hält FDP/Bürgerliste eine permanente öffentliche Äußerung von Zweifeln und Skepsis, wie bislang von der SPD. Erst nach Ablauf der zweijährigen Probezeit könne das Projekt anhand der in dieser Zeit gesammelten Erfahrungen beurteilt und notfalls neu ausgerichtet werden.
„Die Einrichtung hat gerade erst geöffnet und
niemand kann eine Gewähr dafür bieten, dass es ein voller Erfolg wird. Aber eine Chance hat er allemal verdient, auch wenn viele Herausforderungen, wie bspw. das friedliche Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft, erst noch zu meistern sind“, appelliert der Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord, Heinrich Mödder (Bürgerliste) dafür, das Café Berta nicht zwischen die Räder des wohlmöglich in Kürze aufgrund der Wiederholungswahl des Rates anstehenden Wahlkampfes geraten zu lassen. „Das dürfen wir weder dem Alkoholkonsumraum und deren Mitarbeitern und erst recht nicht den betroffenen Personen, der Nordstadt und den dort lebenden Menschen antun“, so Rettstadt und Mödder.