Das unter der Schirmherrschaft von OB Ullrich Sierau (SPD) geplante Erlernen des Schachspiels im Kindergarten ist für FDP/Bürgerliste ein kaum überzeugender Erfolg des Dortmunder Talentbüros. Auch die vom Land geförderte stadtweite Untersuchung von Sprachförderangeboten hält die Fraktion für einen Schildbürger- streich.
„Natürlich sind fundierte Deutschkenntnisse für die Bildung und Ausbildung unserer Kinder existentiell wichtig. Aber hier werden mehrere zehntauende Euro Landesmittel nur dafür ausgegeben, um der Stadt einen Überblick über das zu verschaffen, was sie eigentlich ohnehin wissen sollte: nämlich wann, wo und mit welchem Erfolg Sprachförderungen in Dortmund stattfinden“, sieht der Fraktionsvorsitzende Lars Rettstadt (FDP) die Stadt in einem offensichtlich unstrukturierten Netz von Förderprojekten und Sprachangeboten verheddert. „Offenbar hat man den Überblick über das verloren, wofür man in der Vergangenheit Fördergelder kassiert hat. Eine derartige Desorientierung lässt für den Erfolg und die Nachhaltigkeit der einzelnen Sprach-förderangebote nun wirklich nichts Gutes vermuten.“
Ziel des vom Land NRW mit 45.000 € geförderten Projekts „Stark in Deutsch – Fit für die Schule“ ist es zu untersuchen, wie viele und welche Sprachförderangebote es bereits für Kinder bis sechs Jahren in Dortmund gibt, wie erfolgreich sie sind und welche Lücken es noch gibt. Dies herauszufinden, ist u.a. Aufgabe des im Oktober 2011 an den Start gegangenen und mit drei Personalstellen ausgestatteten Talentbüros unter der Ägide des Oberbürgermeisters.
„Wir bräuchten dieses Büro überhaupt nicht, ginge es der Stadtspitze nicht immer nur darum, Landes-, Bundes- oder EU-Gelder zu sichern, anstatt überlegt und zielorientiert effektive Bildungsstrukturen aufzubauen“, sieht Rettstadt nicht nur Organisationsdefizite bei OB Sierau, sondern nach wie vor Probleme, sein Talentbüro, als zusätzliche Organisationseinheit zu rechtfertigen. „Denn wenn nach knapp vier Monaten Talentbüro kaum mehr herauskommt, als Kindern das Schachspiel zu lehren, dann ist dies wahrlich nicht großmeisterlich, sondern hätte ebenso gut über FABIDO, das Jugend- oder das Schulverwaltungsamt ohne zusätzliche personellen Kapazitäten realisiert werden können. So aber ist das Talentbüro auf dem besten Weg, sich selbst schachmatt zu setzen.“