Als „Trauerspiel“ bewertet die Fraktion FDP/Bürgerliste die neuerliche Verzögerung der Eröffnung des U-Turms sowie die vom Rechnungsprüfungsamt heftig gerügten Vorgänge beim Freizeitzentrum West (FZW).
„Angesichts der jüngsten Wasserstandsmeldung,
wonach nun der 8. Oktober anvisiert wird, sind wir wirklich gespannt, ob es
überhaupt dieses Jahr noch etwas mit der Realisierung wird“, so Heinz Dingerdissen (FDP), Mitglied im Kulturausschuss. „Der U-Turm sollte ein
Highlight des Kulturhauptstadtjahres 2010 werden und entwickelt sich immer mehr
zum kulturpolitischen Trümmerhaufen. Aus dem Prestigeobjekt, wie es von den
Befürwortern geplant war, ist eine peinliche Posse geworden. Wie von uns im
Vorfeld befürchtet, wurden die ehrgeizigen Terminpläne nicht eingehalten. Und
ab dem nächsten Jahr kommen die millionenschweren Folgekosten auf die Stadt
zu.“
Für die Außendarstellung Dortmunds sind die vielen Verschiebungen des Eröffnungstermins verheerend. „Unsere Stadt hat eine große Chance vertan, sich als Kulturmetropole im Ruhrgebiet zu profilieren“, kritisiert Dingerdissen. „Selbst die Leihgeber von renommierten Museen wie dem Centre Pompidou in Paris sind angesichts feuchter Wände verunsichert. Das ist desaströs.“
Eine weitere, unendliche Baustelle
ist das FZW. „Sorglosigkeit, Schlamperei und Inkompetenz haben nicht nur zu
einem Millionendefizit geführt“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende Lars Rettstadt (FDP). „Jetzt hat sich die Stadt (s. Pressebericht RN v. 4.9.2010)
auch noch einen millionenschweren Getränkevertrag über 15 Jahre mit der
Radeberger Gruppe ans Bein gebunden, bei dessen Zustimmung der Rat schlichtweg
übergangen wurde. Das werden wir nicht auf sich beruhen lassen“, kündigt
FDP/Bürgerliste die Prüfung dienstrechtlicher Verantwortlichkeiten und mögliche
Konsequenzen daraus an.
Auch mit Blick auf den vom Rat im Juli gefassten Beschluss, sieht Rettstadt für das FZW keine rosige Zukunft in öffentlicher Hand. „Es macht keinen Sinn, die Geschäftsführung in die Hände der Westfalenhallen GmbH zu geben, denn die ist ebenfalls Jahr für Jahr defizitär. So käme die Stadt vom Regen in die Traufe.“
Die Fraktion befürwortet eine Privatisierung und Umwandlung in einen kommerziellen Veranstalter. Öffentliche Jugendförderung kann laut Rettstadt trotzdem im FZW stattfinden: „Für junge Bands könnten Proberäume oder für örtliche Newcomer kleinere finanziell unterstützte Auftritte angeboten werden. Das Grundgerüst des FZW muss aber durch einen Privaten gestemmt werden. Dazu zählt auch die Gastronomie“, setzt Rettstadt auf mehr Professionalität bei der Unterhaltung der traditionsreichen Einrichtung.