Irritiert nimmt FDP/Bürgerliste die überteuerten Bestellungen von Computern und Camcordern im Eigenbetrieb FABIDO zur Kenntnis. Die Fraktion ist überzeugt, dass mögliche Unregelmäßigkeiten bereits früher aufgefallen oder sogar vermieden worden wären, wäre man der Forderung nach entsprechenden Ausschreibungen gefolgt. In einer Anfrage zum Fachausschuss soll der Verwaltung nun Gelegenheit zur Erklärung gegeben werden.
„Es ist schon erstaunlich, dass die Jugenddezernentin erklärt, dass es für die IT-Beschaffung keine Alternative zum stadteigenen Systemhaus (dosys) gibt, während einer ihrer Mitarbeiter offensichtlich munter woanders auf Einkaufstour geht; und das wohl auch noch zu extrem überzogenen Preisen. So sei man bei FABODO überzeugt, dass externe Anbieter nicht nur die städtischen Strukturen nicht kennen, sondern auch im Bereich des sog. `first level Supports` nicht so zuverlässig seien“, erinnert Thomas Carl (FDP)
, sachkundiger Bürger im FABIDO-Ausschuss an das Ergebnis einer Fraktionsanfrage Ende 2010. „Darin haben wir die hohen Kosten von PC-Leasings von über 2.300 € pro Nutzer und Jahr bei FABIDO hinterfragt und entsprechende Ausschreibungen gefordert. Dafür sah man jedoch keinen Bedarf.“
Wie bekannt wurde, hat ein städtischer Mitarbeiter - gegen den nun wegen des Verdachts der Untreue staatsan- waltschaft lich ermittelt wird - auf eigene Faust wiederholt EDV- und Videogeräte zu einem Preis, der bis zum Dreifachen über dem marktüblichen Niveau liegt, für FABIDO geordert.
„Offensichtlich haben das interne Controlling und sämtliche Mechanismen bei FABIDO versagt, mit denen man diese überhöhten Anschaffungskosten schnell hätte ermitteln können. Eine Ausschreibung, mit der man auf einfache Weise einen Überblick über marktübliche Preise erhält, wäre im Nachhinein daher sicherlich sinnvoll gewesen“, sieht Carl wohlmöglich aber auch personelle Argumente mit ausschlaggebend.
„FABIDO hat de facto derzeit nur eine Betriebsleitung. Da ist es nicht auszuschließen, dass das interne vier-Augen-Prinzip aufgrund besonderer Arbeitsbelastungen schon mal vernachlässigt wird. Welche Gründe aber letztendlich für dieses Vorgehen ausschlaggeben waren, ob und welcher Schaden für die Stadt verursacht wurde und mit welchen Maßnahmen ähnliche Vorgänge vermieden werden sollen, werden wir in einer entsprechenden Anfrage klären“, so Carl. „Und dann werden wir auch eine Ausschreibung wieder thematisieren.“